Gemeindenachrichten Montag, 28.04.2008 Neues Verfahren der KlärschlammtrocknungAbwasserzweckverband informiert sich über Kombinationsanlage der Firma Wefels
Die Mitglieder des Abwasserzweckverbandes „Am Walzbach“ konnten sich in der vergangenen Woche von der Funktionsweise einer solaren Klärschlammtrocknungs-Anlage im rheinland-pfälzischen Hochdorf-Assenheim überzeugen.
Der seit Jahrzehnten mit dem Abwasserzweckverband kooperierende Entsorger, die Firma Wefels, hat dort in unmittelbarer Nähe zu einer privat betriebenen Biogasanlage im vergangenen Jahr eine solare Trocknungsanlage für Klärschlamm errichtet, in der durch eine speziell entwickelte Förder- und Wendetechnik der Schlamm entwässert wird.
Neben der Sonnenenergie wird bei diesem Verfahren die Abwärme der Biogasanlage durch eine Niedertemperatur-Bodenheizung genutzt. Der Schlamm wird dadurch entwässert bzw. getrocknet, ohne dass fossile Brennstoffe erforderlich sind.
Die Verknüpfung der Trocknungs- mit der Biogasanlage optimiert die Energiebilanzen beider Komponenten. Die Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage wird durch die Wärmenutzung erheblich verbessert. Die Nutzung der Abwärme, die als ´Abfallprodukt` bei der Stromerzeugung anfällt, macht eine Klärschlammtrocknung dagegen energetisch sinnvoll. Der durch diese Anlage getrocknete Klärschlamm besitzt eine Energiedichte, die nahezu an den Heizwert von Braunkohle heranreicht, und wird dadurch als biogener Sekundärbrennstoff immer interessanter.
Der Heizwert und damit der wirtschaftliche Nutzen des Klärschlammes steigt mit dem Entwässerungs- bzw. Trocknungsgrad des Schlammes.
Vom Abwasserzweckverband „Am Walzbach“ werden jährlich ca. 1.800 Tonnen vorentwässerter Klärschlamm (25 % Trockensubstanz) durch die Firma Wefels entsorgt. Das neu entwickelte Verwertungskonzept, das sich derzeit noch in der Probephase befindet, bietet künftig die Möglichkeit, bei der weiteren Entsorgung Kosten einzusparen. In der Trocknungsanlage verdampft das im Schlamm gebundene Wasser, sodass die Trockensubstanz auf über 90 % ansteigt. Das Gewicht der dann staubfreien Substanz, die verbrannt wird, verringert sich dadurch um ca. 70 %.
Die Entsorgung der bei Abwasser-Reinigungsprozessen anfallenden Klärschlämme wird durch das neue Verfahren mindestens 20 Jahre nachhaltig sichergestellt. Im Rahmen der Verbrennung von Klärschlamm kann daneben eine positive CO2-Bilanz gezogen werden.
Die Mitglieder des Abwasserzweckverbandes zeigten sich von dieser innovativen und umweltschonenden Lösung beeindruckt, die von Herrn Adler, Geschäftsführer der Firma Wefels, an diesem Nachmittag ausführlich erläutert wurde.
Seitenanfang | Seite drucken |