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Donnerstag, 16.02.2012

Die gesplittete Abwassergebühr

Im Vorfeld war jedem Haushalt ein umfangreiches Blatt der ibu sowie ein Anschreiben aus dem Rathaus zugegangen, in dem bereits eine Fülle von Informationen enthalten waren.


Die gesplittete Abwassergebühr ist keine zusätzliche Gebühr, sondern die bisherige wurde aufgeteilt in zwei Gebühren: eine für Schmutzwasserentsorgung und eine für Regenwasserentsorgung. An ersterer kann der Bürger nichts ändern, sie wird weiterhin am Frischwasserverbrauch gemessen. Bei der zweiten kann er sparen. Darauf beruht auch der Sinn dieser Trennung: erstens eine gerechtere Gebühr nach dem Verursacherprinzip zu erheben, zweitens Anreize zu geben, den Boden auf seinem Grundstück weniger zu versiegeln, was auch der Natur zuträglich wäre. Darüber hinaus, erklärte Bürgermeister Eric Bänziger, sei das auch für die Gemeinde sinnvoll, um mit der vorhandenen Dimensionierung der Hauptkanäle auch bei steigender Einwohnerzahl noch auszukommen.

Es geht darum, weniger Regenwasser dem Kanal zuzuführen. Wer nachweisen kann, dass er die Entsorgungskanäle weniger belastet, spart Geld.

Dieser Nachweis kann nur über die Versiegelungsart der Grundstücksflächen geführt werden. Darum wurde im vergangenen Jahr eine Datenerhebung der Grundstücke mittels Befliegung vorgenommen, diese Daten durch die ibu ausgewertet und die versiegelten Flächen in drei Kategorien eingeteilt: ist eine Fläche zu 90 % versiegelt (z.B. Dachfläche, 10 % verdunsten), so wird diese Fläche mit dem Abflussfaktor 0,9 berechnet. Sind es nur 60 % (z.B. Verbundpflaster) so zählt Faktor 0,6, bei 30 % (z.B. Rasengittersteine) Faktor 0,3. Den Bürgern wurden Bögen zugesandt, in denen diese, die Grundstücke betreffenden Daten noch verifiziert werden sollen. Anschließend bitte die Bögen ins Rathaus zurücksenden.

Der Grundstücksbesitzer hat nun zwei Möglichkeiten: entweder er sorgt für weniger Versiegelung – beispielsweise Rasen statt Pflaster – oder er stellt eine Zisterne auf. Für letzteres bekommt er pro Kubikmeter Fassungsvermögen 8 Quadratmeter versiegelter Fläche abgezogen. „Schummeln bringt nichts“ erklärte der Referent, denn Angaben, die von den Erhebungen in nicht plausibler Weise abweichen, werden erkannt und nicht berücksichtigt.

Schritt für Schritt behandelte Reiff alle 24 Punkte seines Informationsblattes und ging darin bereits auf sehr viele Details ein. Er empfahl, für Fälle, in denen die Fläche nicht eindeutig zugeordnet werden könne, im Fragebogen die Spalte „Hinweise“ zu nutzen oder die Besonderheit auf andere Weise deutlich zu machen. Dennoch waren für die Zuhörer noch Fragen offen geblieben, die zu stellen an diesem Abend Gelegenheit gegeben war.

Eine Frage galt den Kosten. Diese seien bis jetzt lediglich grob anzugeben, sagte Bürgermeister Bänziger und ordnete sie zwischen 30 und 70 Cent pro qm Abwasser ein, beispielsweise 50 Cent. Als Rechenbeispiel: von einer befestigten Fläche von 430 m² sind 277 m² abflusswirksam, d. h. werden in den Kanal entwässert. Nun werden diese 277 m² mit 50 Cent multipliziert, ergibt eine Regenwasser-Abwassergebühr von 138,50 €. „Je größer die versiegelte Fläche, desto mehr ist an Gebühr zu bezahlen“ resümierte Reiff am Ende. Auch Einfamilienhäuser werden nicht alle gleich bewertet, denn manche stehen in der Ortsmitte und haben nur befestigte Fläche um sich herum, andere in Neubaugebieten mit grüner Wiese und Versickerungsmöglichkeiten, die im Ortskern nicht gegeben sind. Dennoch meinte Reiff, an den Rechnungen für Einfamilienhäuser ändere sich höchstwahrscheinlich nichts, Mehrfamilienhäuser zahlen weniger und Gebäude mit großen Flächen (bsp. Parkplätzen) zahlen mehr.

Für Rückfragen und Beratung steht ibu telefonisch von montags bis freitags von 9 bis 12 und von 14 bis 17 unter der Nummer 0721 7 352570 zur Verfügung. Außerdem wird die Informationsveranstaltung am Donnerstag, den 16. Februar um 19 Uhr in der Walzbachhalle mit gleichem Inhalt wiederholt. Auch das Bürgerbüro ist zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar, wobei aber zu berücksichtigen ist, die Mitarbeiter nicht mit einer Flut von Anfragen einzudecken, sondern besser den Informationsabend zu nutzen.

Sachbearbeiterin im Rathaus ist Julia Link, Telefon 702025.

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