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Demenzbetreuung

Freitag, 10.02.2012

Pflegen Sie zu Hause einen altersvergesslichen und verwirrten Menschen?

Dann bietet Ihnen die Sozialstation Stutensee-Weingarten und die AWO die Möglichkeit einer stundenweisen Betreuung. In dieser Zeit wird Ihr Angehöriger von qualifiziertem Fachpersonal hochwertig betreut und...


... Sie werden einige Stunden entlastet, können durchatmen und frische Kräfte tanken. Die Turmberg-Rundschau hat bei der Demenzbetreuung der Sozialstationmal vorbeigeschaut.

„Hoch auf dem gelben Wagen“ tönt es aus dem Aufenthaltsraum der Sozialstation Stutensee-Weingarten in ihrem Haus in Blankenloch, Bahnhofstraße 11. Ein gutes Dutzend ältere Menschen sitzen um einen runden Tisch versammelt und singen. Volkslieder aus ihrer Jugendzeit: „Sah ein Knab ein Röslein stehen“ oder „Das Wandern ist des Müllers Lust“. Einige sind mit sichtlicher Begeisterung dabei. Da regt sich das Temperament, werden Erinnerungen wach. Genauso soll es sein. Denn die Männer und Frauen am Tisch gehören zu einer Demenz-Betreuungsgruppe, die die Sozialstation Stutensee-Weingarten an vier verschiedenen Wochentagen anbietet. „Es handelt sich um eine qualitative Betreuung von altersvergesslichen und dementen Menschen, die wir anbieten, um einerseits die pflegenden Angehörigen zu entlasten und andererseits die Betroffenen angemessen zu beschäftigen und zu aktivieren“ erklärt die Pflegedienstleiterin Sigrid Kopf. Beate Fischer, gelernte Krankenschwester und spezialisierte Fachkraft für den Umgang mit Demenzerkrankungen, leitet den Nachmittag. Klar strukturiert beginnt er mit einer gemeinsamen Tasse Kaffee, dazu reichlich Kuchen, dann beginnt das Aktivprogramm. Das umfasst in erster Linie Gedächtnistraining, aber auch Bewegungsübungen.

„Wir haben jedes Mal ein Thema“, sagt Beate Fischer in die Runde, „heute sprechen wir über Farben“. Sie hält Farbkarten hoch, die am Tisch Sitzenden nennen die Farbe, dann folgen Assoziationen. Grün wie Gras, Rot wie Blut und so weiter. Ein bisschen ist es wie in der Schule, wie bei Kindern gibt es auch bei älteren Menschen die etwas Vorlauteren und die ganz Stillen. „Blau wie sternhagelblau“ sagt einer und andere lachen. Bewegung ist angesagt. Winken mit bunten Tüchern, Schwenken nach Musik. Nach einer Weile geht einer der zahlreichen Ehrenamtlichen, die diese Gruppen begleiten, zu einer ganz stillen Frau, die sich noch an gar nichts beteiligt hat, fasst sie liebevoll an den Schultern und bewegt ihren Körper im Rhythmus mit. Und siehe da, ein Lächeln tritt auf ihr Gesicht und sie lässt sich aus der Reserve locken. Ruckzuck sind zwei Stunden vorbei. Es war ein kleiner Einblick in eine umfangreiche Arbeit, die versucht, den Menschen Erinnerungsfähigkeit und Denkvermögen zu erhalten, soweit es noch möglich ist. Beate Fischer hebt ein Glas, denn auch regelmäßiges Trinken gehört zu dieser Betreuung. „Trink, trink, Brüderlein trink“ ertönt es fröhlich und ganz unaufgefordert aus dem Kreis. Gesungen werde gern, sagt sie, es sei eine der Hauptbeschäftigungen. Denn Singen ist emotional berührend und erinnerungsstärkend. Vier Stunden dauert die Betreuungszeit, dann können die Angehörigen ihre Patienten wieder abholen oder für Hin und Zurück einen Fahrdienst in Anspruch nehmen. Für die Angehörigen selbst wird jeden zweiten Dienstag im Monat ein spezieller Gesprächskreis angeboten, in dem jeder seine Belastung aussprechen und sich Rat und Mut holen kann.

Ansprechpartner sind Sigrid Kopf oder Beate Fischer unter der Telefonnummer 94111.

Das Angebot der Arbeiterwohlfahrtin der Blumenstraße 9 ist mit Singen, Spielen, Basteln, Gedächtnistraining und Bewegung inhaltlich sehr ähnlich aufgebaut. Ansprechpartnerin ist Petra Rösler, Telefon 70540.

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