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Schlittschuhlaufen auf dem Festplatz

Dienstag, 07.02.2012

Eiszeit auf dem Festplatz

Auf dem Festplatz funktioniert Schlittschuhlaufen besser als im Weingartener Moor. Der knackig kalte Winter hat auch See und Pfützen im Weingartener Moor gefrieren lassen. Dennoch sollten Sie, liebe Leser, davon Abstand nehmen, dort Schlittschuh zu laufen und der Natur im Moor ihre Winterruhe gönnen.


Denn im Moor überwintern Fische und Amphibien im Wasser unter dem Eis. Sie haben ihre Lebensfunktionen so weit abgesenkt, dass sie mit dem im Wasser vorhandenen Sauerstoff auskommen. Aber über das Eis fahrende Schlittschuhe verursachen einen erheblichen Lärm. Dieser Lärm breitet sich auf dem Eis aus und überträgt sich auf die Wassermenge unter dem Eis. Die Tiere werden massiv gestört. Sie werden aus ihrer Winterruhe gerissen, die Energiefunktionen „erwachen“ zur Unzeit, der Sauerstoffbedarf steigt – und kann nicht mehr befriedigt werden. Die Tiere kommen um.

Um Ihnen, liebe Leser, trotzdem ein bedenkenfreies Eisvergnügen zu bescheren, hat der Bauhof am Wochenende den Festplatz geflutet und eine 20 mal 30 Meter große Eisfläche gezaubert. Rund 30 Kinder und einige Erwachsene haben sie am Wochenende bereits unter die Kufen genommen. Das Eis sei sehr schön glatt und die Fläche des Festplatzes (sie misst 20 mal 30 Meter) groß genug, sagt Saskia Kirchberg, die sich das Ganze angesehen hat. Kein Wunder, denn die Männer vom Bauhof geben sich große Mühe damit. Mehrere Tage dauert es, bis ein feiner Sprühnebel aus dem Feuerwehrschlauch Schicht für Schicht aufgetragen und durchgefroren ist. Das Wasser aus dem Hydrant kommt mit 10 bis 12 Grad an die Oberfläche und muss darum ganz langsam aufgebracht werden, um nicht mehr Eis abzutauen als aufzubauen, sagt Bauhofleiter Rüdiger Fetzner. Ist die Oberfläche von vielen Kufen zerkratzt und abgetragen, so wird sie mittels eines Schneeschiebens glatt gezogen, die Spurrillen aufgefüllt und mit neuem Wassersprühnebel wieder perfekt geglättet.

Das Eisvergnügen auf dem Festplatz hat schon Tradition, aber Jahre hintereinander waren die Winter nicht kalt genug. Jetzt können sich Kinder und Eltern wieder über ein schönes sportliches Vergnügen freuen, das keinen Schaden anrichtet und außerdem völlig ungefährlich ist, denn es kann auch keiner im Eis einbrechen.

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