Gemeindenachrichten Dienstag, 17.01.2012 Was das Neue Jahr Weingarten bringen wird„Es fängt wieder gut an, das neue Jahr, denn der SVG hat beste Chancen, wieder deutscher Meister zu werden“ eröffnete Bürgermeister Eric Bänziger seine Ansprache beim Neujahrsempfang. Erstmals hatte nicht der Gewerbeverein sondern der Bürgermeister selbst geladen.
Im evangelischen Gemeindehaus begegneten sich die geladenen Gäste zum Gedankenaustausch und zur Information.
Was wäre passiert, wenn der Täter gefasst worden wäre, der das Kolumbarium geschändet hat? Bänziger ließ die Frage offen. Es war eine erschreckende Tat, aber die Weingartener waren ihr mit einer von Gemeinderat Burst initiierten Mahnwache, an der sich Hunderte beteiligt hatten, geschlossen entgegen getreten. Zusammenhalt spiegelt sich letztlich auch in Vereinen, die auf lange Traditionen zurückblicken können: Runde Jubiläen waren 125 Jahre Frohsinn, 50 Jahre Anglerverein und Behindertensportverein, 25 Jahre Schwarzwaldverein. Der Weinwandertag, jahrelanges und viel beachtetes Highlight des Schwarzwaldvereins, wird durch den Musikverein weitergeführt.
Der Ausbau der Kinderbetreuung hat der Gemeinde einen Betrag von 1,2 Millionen Mehrkosten beschert, 500 000 werden davon letztendlich an der Kommune hängenbleiben. Wie wird dieser finanziert? Wer zahlt wie viel? Was sind gerechte Elternbeiträge? Fragen, die viele Diskussionen im Gemeinderat und mit Eltern und Trägern ausgelöst haben. Dennoch geht der bedarfsgerechte Ausbau weiter, der Kindergarten Waldbrücke wird erneuert und erweitert. Die Bürgerstiftung wurde aus der Taufe gehoben und kann jetzt wirken und eigene Projekte entwickeln. Positiv waren die „Weingartener Musiktage“, deren Trägerverein zum Empfang die musikalische Begleitung durch das „Trio Mikado“ (Oboen und Englischhorn) beisteuerte. Und was passiert in diesem Jahr? Der Gesangverein „Liederkranz“ feiert 150. Geburtstag. Der Bürger- und Heimatverein wird sein Museum eröffnen und die gesplittete Abwassergebühr wird eingeführt. Im „Sandfeld“ wird ein neues Gwerbegebiet ausgewiesen und ein Quartier zwischen Burgstraße und Bahnhofstraße wird Sanierungsgebiet. Die Haushaltskonsolidierung wird ein ständiger Begleiter sein.
Gastredner Daniel Caspary sprach zum Thema „Warum wir den Euro brauchen“. Der Europaabgeordnete brach eine starke Lanze nicht nur für die gemeinsame Währung sondern für den Zusammenhalt in Europa. Er zeigte auf, dass die Eurokrise „keine Krise des Euro sei, sondern eine Schuldenkrise der Mitgliedsstaaten“ sei. Am Beispiel Griechenlands sah er die Notwendigkeit, die Wirtschaft in Gang zu bringen, denn nur durch ein gemeinsames Europa sei „Heimat und Schutz in den Zeiten der Globalisierung“ gegeben, „Frieden und Freiheit“ gewährleistet. Die Deutschen hätten keinerlei negative Auswirkungen dieser Krise gespürt, im Gegenteil. Die Wirtschaft wachse, die Handwerksbetriebe hätten volle Auftragsbücher, die Automobilindustrie hätte 2011 ein Rekordjahr verbucht. Der Euro sei für ihn eine gute und stabile Währung mit einer wesentlich geringeren Inflationsrate als noch zu D-Mark-Zeiten. Nun gelte es, Europa weiterzuentwickeln, aber auch zu prüfen, wovon es sich befreien könne, zum Beispiel von Reglementierungen von „Gurkenkrümmung und Glühbirnen“.
Flankiert von den Weinhoheiten Melina I. und Marie-Kathrin dankte der Bürgermeister dem Abgeordneten und überreichte ihm ein Weinpräsent. Mit einem Rückblick in Bildern von 2011 klang der festliche Vormittag aus. Seitenanfang | Seite drucken |