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Adam Juretzko - Finale 2012

Sonntag, 08.01.2012

SV Germania muss sich im ersten Finalkampf knapp geschlagen geben

In der Karlsruher dm-arena waren es am Ende drei Punkte, die die Germanen nach dem zehnten Kampf des Abends hinten lagen. Mit einem Endergebnis von 18:21 war der KSV Köllerbach der Sieger des ersten Finals um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.


Vor erneut atemberaubender Kulisse sahen die Zuschauer Ringsport auf allerhöchstem Niveau mit teils spektakulären Kämpfen. Am kommenden Sonntag liegt es dann am SV Germania, den Rückstand wett zu machen, um den Titel zu verteidigen.

Wie beim Halbfinal-Hinkampf gegen die RWG Mömbris-Königshofen verlief der Auftakt auch dieses Mal alles andere als optimal. Marcel Ewald hatte mit Andrei Dukov zwar einen sehr starken Gegner, dennoch hatte man im Lager der Germanen auf einen knappen Sieg gehofft. Dukov war allerdings stets gefährlich und sicherte sich mit absoluten Spitzenaktionen den 3:1-Sieg. Einen schweren Stand hatte anschließend wieder einmal Oliver Hassler, der gegen den schweren Esten Heiki Nabi antreten musste. In Runde 1 hatte Oli seinen Gegner wie in der Vorwoche beim Versuch eines Durchdrehers abgefangen und beinahe auf die Schultern gelegt. In den folgenden drei Runden kämpfte der Germane verbissen, musste sich aber schlussendlich seinem 15 kg schwereren Gegner geschlagen geben. Zu einem absoluten Top-Duell kam es auch im Kampf zwischen Oleg Boikov und dem bärenstarken Venelin Venkov. Oleg schaffte es, seine körperliche Überlegenheit gekonnt einzusetzen und holte mit einem Durchdreher und zwei starken Defensivaktionen den ersten Sieg des Abends für den Deutschen Meister. Danach unterlag Johannes Kessel dem Bulgaren Lyuben Iliev. Im letzten Kampf vor der Pause standen sich Anatoli Guidea und Martin Daum gegenüber. "Tolja" kämpfte wie immer verbissen um den Sieg, agierte dabei gewohnt clever und sicherte sich den 3:1-Sieg gegen den äußerst defensiv eingestellten Daum. Halbzeitstand 8:11 für den KSV Köllerbach.

Nach der Pause schaffte es Rene Zimmermann nicht, den Durchdreher von Jan Fischer zu verhindern und unterlag dem Köllerbacher Siegringer dadurch mit 3:0. Leider zeigte sich im folgenden Kampf, dass Tomasz Swierk nicht zu den Lieblings-Gegnern von Ionut Panait zählt. "Johnny" fand wieder einmal keine Mittel gegen den kompakten Polen und unterlag in einem engen Kampf knapp mit 2:3. Bekhan Kurkiev hatte anschließend wenig Mühe mit dem Ex-Germanen Konstantin Völk und siegte sicher und souverän mit 3:0. Was dann Weingartens Publikumsliebling Szabolcs Laszlo und Andry Shyyka auf die Matte zauberten, war das Eintrittsgeld alleine wert. Beide Sportler kämpften über fünf Runden bis zum Umfallen. Atembraubende und spektakuläre Aktionen am laufenden Band mit insgesamt 41 technischen Punkten hielten die Zuschauer in der dm-arena kaum noch auf den Sitzen. Am Ende behielt der Köllerbacher mit 3:2 die Oberhand und zurecht wurden beide Sportler mit Standing Ovations verabschiedet. Im letzten Kampf des Abends standen sich der mittlerweile 40-jährige Germane Adam Juretzko und Konstantin Schneider gegenüber. Der "Commander" zeigte sich wieder einmal als Vorbild an Kampfesgeist und Wille, an dem sich manch "Junger" ein Beispiel nehmen sollte. Juretzko begeistere die Fans mit seinem 3:1-Sieg und verkürzte den Rückstand vor dem Rückkampf auf lediglich drei Punkte.

Somit haben die Germanen weiterhin alle Chancen auf die Titelverteidigung. Durch den bevorstehenden Stilartwechsel ist man im Lager des SV Germania Weingarten optimistisch, am kommenden Sonntag (15. Januar 2011 ab 15.00 Uhr) den Titel ein zweites Mal nach Weingarten holen zu können.

Stimmen zum Kampf:

Ich bin zum ersten Mal mit meiner Frau beim Ringen hier in Weingarten. Man muss dem Verein hohen Respekt zollen, eine solche Leistung organisatorischer wie logistischer Art mit vielen ehrenamtlichen Kräften zu erbringen. Das begeistert ebenso wie der Sport, und diese Begeisterung springt aufs Publikum über. Der Meistertitel setzt sicher viel Energie frei.

- Kurt Gorenflo, Ortsvorsteher in Friedrichstal -

Drei Punkte sind aufholbar. Das ist ein knappes Ergebnis. Ich bin überzeugt, dass sie das schaffen. Ich bin jedenfalls begeistert. Vor allem die zweite Halbzeit war eine tolle Werbung für den deutschen Ringersport. Alle Athleten sind an ihre Grenzen gegangen. Hut ab vor der Leistung des 40-jährigen Adam Juretzko.

- Oliver Russel, Hauptamtsleiter -

Allein schon, dass die Weingartener zum dritten Mal in Folge im Finale stehen, ist gigantisch. Ich freue mich, dass so viele ehrenamtliche Helfer und ein breites Sponsorenfeld von mittelständischen Unternehmen diesen Verein so stark unterstützen. Da ist ein hohes Niveau, das es zu erhalten gilt. Das ist ebenso wenig ein Selbstläufer wie die sportliche Leistung. Ich wünsche der Germania eine erfolgreiche Titelverteidigung.

- Daniel Caspary, Europaabgeordneter aus Weingarten -

So ein Wettkampf ist schon ganz schön nervenaufreibend, aber auch sehr spannend. Ich bin ab und zu beim Ringen, weil die Stimmung da ganz toll ist und weil der Verein einen so großen Zuspruch bekommt. Ich bin zuversichtlich, dass die Athleten das Ergebnis im Rückkampf drehen.

- Stephanie Zeiher aus Spöck -

Mit dieser Niederlage können wir gut leben. Im Rückkampf sind wir stärker, das hat sich auch gegen Mömbris gezeigt. Ich bin überzeugt, dass dieser Rückstand wettzumachen ist.

- Richard Hartmann, ehemaliger Germania-Vorsitzender -

Das waren spannende und faire Kämpfe. Manchmal so wie in der Politik: Ringen um die beste Lösung und den Erfolg. Es hat sich wieder gezeigt, dass Churchill recht hatte, der sagte, dass man niemals aufgeben dürfe und seine Chance bis zuletzt nutzen müsse. Die Weingartener haben gute Chancen den Rückstand aufzuholen. Ich bin begeistert von der Art, wie dieser Verein seinen Sport betreibt.

- Joachim Kößler, CDU-Landtagsabgeordneter aus Gondelsheim -

Das war ein super Finalkampf. Ich habe spannende Kämpfe und hohe Einsatzbereitschaft gesehen. Mit diesem knappen Ergebnis ist für Weingarten noch alles drin. Die Situation ist für die Weingartener nicht schlecht. Es könnte für die Germania sogar psychologisch von Vorteil sein, dass Köllerbach den letzten Kampf zu Hause führen muss. Den Titel zu verteidigen ist besonders schwer. Wenn das gelänge, wäre das ein großer Coup. Ich drücke alle Daumen.

- Axel Fischer, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Eggenstein -

Das Finale voriges Jahr war anstrengender für mich, weil ich mit einer Kulisse von 4 000 Menschen nicht vertraut war. Jetzt konnte ich das intensiver erleben. Ich bin begeistert, dass wir noch einmal so einen Zuspruch erreicht haben. Ein knapper Sieg wäre heute sicher besser gewesen. Aber ich denke, dass noch nichts verloren ist. Wir haben noch gute Chancen, unseren Titel zu verteidigen.

- Ralph Oberacker, Vorsitzender des SV Germania Weingarten -

Das war absolute Spitzenklasse. Mehr kann man nicht erleben. Dieser Kampf ist an Spannung und Können nicht zu überbieten. Weingarten hat im Rückkampf alle Chancen.

- Harald Becker, Ortsvorsteher in Berghausen -

Wir haben klasse Kämpfe gesehen und einen Wahnsinnssport erlebt, den Laszlo fand ich besonders stark. Jeder Punkt war hart umkämpft. Beim Rückkampf ist alles drin.

- Wolfgang Friedl, Hallenmeister dm-Arena -

Quelle "Stimmen": BNN v. 09.01.2012

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