Gemeindenachrichten Donnerstag, 20.12.2007 „Besonderer Wert der Auszeichnung liegt in ihrer Seltenheit“EHRENABEND DER GEMEINDE BRINGT VIER NEUE BÜRGERMEDAILLENTRÄGER VOR
Das Turmzimmer füllte sich am Montag schnell. Pünktlich um 18.00 Uhr ließen Eva-Maria Hartlieb und Falk Mehl, Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“, dann die Klarinette bzw. das Klavier erklingen und gaben das „Andante aus der Clarinettensonate“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy zum Besten.
Nach begeistertem Applaus für die jungen Musiker begrüßte Bürgermeister Klaus-Dieter Scholz die geladenen Gäste, unter ihnen Bundestagsabgeordneter Axel Fischer, Landtagsab-geordneter Joachim Kößler, zahlreiche Bürgermedaillenträger, Gemeinderäte und ganz besonders die Ehrengäste mit ihren Familien, denen die höchste Auszeichnung der Gemeinde überreicht werden sollte.
Elke Jordan, Helmut Seidel, Matthias Görner und Werner Russel erhielten die Bürgermedaille, da sie sich in besonderer Weise um das öffentliche Wohl verdient gemacht haben.
Die einzige Dame unter den zu Ehrenden, Elke Jordan, bezeichnete Bürgermeister Scholz in seiner Ansprache als die „treibende Kraft, die sich mit großer Überzeugung und dem nötigen Tatendrang“ gemeinsam mit ihrem Team für die Erkrankten und deren Angehörige in dem von ihr gegründeten Verein B.L.u.T.eV (Bürger für Leukämie- und Tumorerkrankte) einsetze. Mit den Typisierungsaktionen, Benefizveranstal-tungen, Selbsthilfegruppen oder auch dem Weingartner Lebenslauf habe sie eine Welle der Hilfsbereitschaft weit über die Region hinaus ausgelöst, die ihresgleichen suche.
Daher sei es nur eine logische Schlussfolgerung, dass Elke Jordan in diesem Jahr auch mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg durch den Ministerpräsidenten Günther Oettinger ausgezeichnet worden sei.
Scholz freute sich daher, sich in die Reihe der Gratulanten begeben zu dürfen und ihr ebenfalls eine Medaille, die silberne Bürgermedaille der Gemeinde Weingarten, für ihren vorbildlichen Einsatz verleihen zu dürfen.
Auch Helmut Seidel, habe sich durch jahrzehntelanges Engagement – vor allem für die SOS-Kinderdörfer - verdient gemacht. Bürgermeister Scholz betonte an dieser Stelle, dass sein Einsatz eine für die SOS-Kinderdörfer bundesweit einzigartige Leistung sei, die von einer Privatperson in Eigeninitiative und in derartiger Regelmäßigkeit erbracht werde.
Auch nach Erreichen seines persönlichen Ziele, dem Überschreiten der 100.000 Euro-Spendenmarke wird sich Helmut Seidel laut eigener Aussage auch weiterhin für arme und verwaiste Kinder einsetzen.
Auch ihm konnte Bürgermeister Scholz die Bürgermedaille der Gemeinde Weingarten in Silber verleihen. Zwei weitere Bürgermedaillen gingen an die ehemaligen Gemeinderäte Matthias Görner und Werner Russel. Beide hätten sich in den Jahren ihrer Gemeinderatszugehörigkeit für die Gemeinde und ihre Mitbürger eingesetzt und aus ihrem richtigen Verständnis für Demokratie und für die freiheitliche und rechtsstaatliche Ordnung Vieles auf sich genommen, was nicht selbstverständlich sei. Neben vielen Projekten und Maßnahmen, an denen beide beteiligt gewesen seien und diese maßgeblich mitgestaltet hätten, war es dem Ortoberhaupt wichtig, darauf hinzuweisen, dass die eigentliche Arbeit eines Gemeinderates die unzähligen Beratungen, Abwägungen und Diskussionen seien, die vor der Umsetzung der Vorhaben stünden. Nur so könnten die richtigen Entscheidungen für die Gemeinde und ihre Bürger getroffen werden. „Nicht vergessen werden darf, dass dies alles auf ehrenamtlicher Basis geschieht.“, betonte Scholz.
Aus seiner Laudatio, die den allgemeinen Ausführungen folgte, war zu erfahren, dass Matthias Görner vom 1. September 1994 bis zum 5. März diesen Jahres und damit über 12 Jahre lang dem Gemeinderat der Gemeinde Weingarten angehörte. Sein Mandat hatte der Fraktionsvorsitzende der Weingartner Bürgerbewegung aus beruflichen Gründen aufgegeben. Neben der Tätigkeit im Verwaltungsausschuss in all den Jahren war Herr Görner von 1994 bis 2004 auch im Ausschuss für Landwirtschaft, Forsten und Umwelt tätig. Ab dem Jahre 2004 wurde er dann Mitglied im Ältestenrat, der Verbandsversammlung Nachbarschaftsverband und seit der Gründung des Aufsichtsrates der GiW (Grundstücksgesellschaft in Weingarten) war er auch in diesem vertreten.
Mit Ausdauer und Hartnäckigkeit habe sich Matthias Görner all den Themen, die der Gemeinderat behandelte, angenommen und sich bei seinen „Initiativen und Entscheidungen von dem Ziel leiten lassen, bei der Lösung der vielschichtigen Aufgaben den seiner Meinung nach richtigen Weg zu gehen.“, sagte Scholz. Hierfür danke er Görner und freue sich, ihm für die über 12jährige Gemeinderatstätigkeit ebenfalls die Bürgermedaille in Silber verleihen zu können. Höhepunkt des Abends war die Verleihung der goldenen Bürgermedaille und damit der höchsten Auszeichnung, die die Gemeinde Weingarten zu vergeben hat. Er schaffte, was keine Person vor ihm zuvor erreicht hatte. Gleich zwei Mal erfüllte er die Voraussetzungen, die eine Auszeichnung mit der silbernen Bürgermedaille rechtfertigen.
„Zwei Ehrenämter in diesem Ausmaß auszufüllen, wie Sie es getan haben, bedarf einer besonderen Auszeichnung, nämlich der Bürgermedaille der Gemeinde Weingarten in Gold.“, richtete Scholz seine Eingangsworte an Werner Russel.
Vor 17 Jahren konnte Bürgermeister Scholz den späteren Gemeinderat aufgrund seines jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagements als Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr und 1. Kommandanten zum ersten Mal auszeichnen.
Das zweite Ehrenamt, Mitglied des Gemeinderates, bekleidete Werner Russel vom 15. Juni 1992 bis zum 26. März 2007 und füllte sein Mandat somit fast 15 Jahre lang aus.
Als Mitglied der FDP-Fraktion war er im Verwaltungsausschuss, im Partnerschaftskomitee sowie in der Projektgruppe Freibad-verlagerung und Walzbachhallensanierung vertreten.
Trotz Verantwortung und zeitliche Belastung, die sowohl der Familienbetrieb, die Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr und das Gemeinderatsmandat mit sich brachten, habe Werner Russel für seine Mitmenschen immer ein offenes Ohr gehabt, betonte Bürgermeister Klaus-Dieter Scholz. Eine Eigenschaft wisse er besonders zu schätzen, beendete der Rathauschef seine Laudatio, „und das ist Ihre Aufrichtigkeit, mit der Sie Ihrem Gegenüber begegnen.“
Aber auch die Leistung der Familien und insbesondere der Ehefrauen, die den Ehrenden den „Rücken freihielten“ und ohne deren Verständnis das Ehrenamt nicht so gut ausgefüllt werden könnte, wie die Geehrten es getan hätten wurde mit einem Blumenstrauß gewürdigt.
„Mit dieser Veranstaltung tritt ans Licht der Öffentlichkeit, was sonst nur im Verborgenen blüht.“, sagte Scholz und dankte den Geehrten nochmals für ihr vorbildliches Engagement. Der diesjährige Ehrenabend fand bei einem anschließenden Stehempfang einen harmonischen Ausklang und bot den Gästen Gelegenheit für Gespräche und Glückwünsche an die neuen Bürgermedaillenträger.
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