Gemeindenachrichten Montag, 10.10.2011 „Geht Dir Rat aus, geh ins Rathaus“ lautet die Inschrift auf dem Weingartener RathausTatsächlich ist Ihr Rathaus ein modernes Dienstleistungs-zentrum, in dem freundliche und kompetente Ansprechpartner Ihnen in Ihren persönlichen Angelegenheiten als Bürger Auskunft geben und weiterhelfen können.
Darüber hinaus erfordert die Verwaltung einer knapp 10.000 Einwohner großen Kommune einen Stab von qualfizierten Mitarbeitern in verschiedenen Sachgebieten. Wir laden Sie ein zu einem Besuch im Rathaus und werden Ihnen an dieser Stelle in lockerer Reihenfolge die dort arbeitenden Menschen und deren jeweiliges Aufgabengebiet vorstellen.
Abwassermeister Harald Schumacher und Klärfacharbeiter Jochen Satzke
Harald Schumacher ist Betriebsleiter beim Abwasserverband und verantwortlich für die Kläranlage und Verbandsanlagen.
Um 7 Uhr morgens beginnt ihr Arbeitstag. Der erste Gang geht über die Anlage, die 1975 in Betrieb gegangen ist. Schauen, ob alles in Ordnung ist, Betriebsstunden einzelner Aggregate aufschreiben und die Anzeigen auf irgendwelche Auffälligkeiten kontrollieren. Dann geht H. Schumacher zurück ins Betriebsgebäude. Dort steht das Prozessleitsystem (PLS), das Herz seines Arbeitsplatzes. Dieses Computerprogramm steuert die gesamten Anlagen, zeigt zu jeder Zeit, die Betreibzustände der Kläranlage, sowie der 13 Regenüberlaufbecken, 4 Überlaufbauwerke und 14 Pumpwerke an. Im PLS werden täglich Laborwerte, Min/Max-Temperaturen sowie der Wetterschlüssel (Trockenwetter,Regen oder Frost) als Nachweis gegenüber der aufsichtführenden Behörde eingetragen .Alle Störungen der Stufe 1 meldet das PLS, direkt auf das Bereitschaftshandy des Mitarbeiters. Dann muss man sofort raus und nach dem Rechten sehen, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Die Störungen werden im PLS dokumentiert und der zuständigen Behörde gemeldet.
Im Jahr 2010 hat die Anlage, die derzeit das Abwasser von rund 20000 Einwohnern entsorgt, 2,6 Millionen m³ Mischwasser gereinigt. Sie verbraucht pro Jahr ca. 900 000 KW/h Strom und produziert 8500m³ Klärschlamm. Davon gehen 1800t in die Verbrennung.
Zwei Beispiele aus einem normalen Arbeitstag:
Beim „ RÜB 8“ blinkt mittlerweile ein rotes Signal: Der Motor ist blockiert und das Rührwerk steht.Vermutlich hat sich etwas verfangen, was von Hand gelöst werden muss. H. Schumacher und sein Mitarbeiter J. Satzke richten die Sicherheitsausrüstung für das Einsteigen in Schächte (Gasspürgerät, Sicherheitsdreibock und Atemschutzgerät) und fahren zum RÜB.
Die Nacht zuvor ist ein starkes Gewitter niedergegangen, der Zufluss ist binnen einer halben Stunde von 3200m³ auf über 17500m³ angestiegen. Das war für die Entleerungspumpe des RÜB 16 in Jöhlingen zuviel, sie hat abgeschaltet. H.Schumacher und sein Mitarbeiter setzen sich in das Dienstauto und fahren nach Jöhlingen. Er öffnet den Schaltschrank und setzt die Pumpe wieder in Gang, ein Einstieg in das Becken ist zur Freude der Mitarbeiter nicht nötig.
Auch ganz normale Wartungsarbeiten meldet das PLS, beispielsweise einen fälligen Ölwechsel an einem der über 200 Antriebe und Motoren. Ob alles einwandfrei arbeitet, erkennt der erfahrene Betriebsleiter auch an den Laborwerten, die täglich anhand von Probeentnahmen genommen werden. Läuft alles normal, geht der Arbeitstag weiter mit routinemäßiger Reinigung des Rechens und Absaugen des Sandfangs sowie vorbeugender Wartungsarbeiten an den Messgeräten und Maschinen. Seitenanfang | Seite drucken |