Gemeindenachrichten Donnerstag, 14.07.2011 Das Logo ist ein Kleiber - Senioren besichtigen die Firma KleiberitKnapp 40 Weingartener Seniorinnen und Senioren waren der Einladung des Ortsseniorenrates zu einer Besichtigung der Firma „Kleiberit“ gefolgt. Geschäftsführer und Firmenchef Klaus Becker-Weimann begrüßte...
... die Gruppe mit einer ausführlichen und hochinformativen Powerpointpräsentation. Beginnend mit dem Rückblick auf die Firmengeschichte, die in Heidelberg und Weingarten begonnen hatte, und endend mit den Hightechprodukten in Sachen Klebstoff vermittelte Becker-Weimann einen nachdrücklichen Eindruck von einer Firma die beides vereint: weltweite Absatzmärkte und bodenständiges Denken, dokumentiert durch die ausschließliche Produktion in der Gemeinde Weingarten.
Überzeugend und transparent präsentierte er ein Unternehmen, das in den 60er Jahren nach Weingarten gekommen war, dort auf der grünen Wiese des „Hinteren Winkelfeld“ gebaut hatte. Aus der „Leimküch’“, wie die Einheimischen es damals nannten, ist ein Unternehmen mit 350 Mitarbeitern geworden. Weitere 80 sind auf den weltweiten Außenposten von „Kleiberit“ – in England, Frankreich, Kanada, USA, Australien, Russland, China und Japan. Äußeres „Wahrzeichen“ ist das markante Hochregallager, gebaut um den Anforderungen einer modernen Lieferfähigkeit „just in time“ gerecht zu werden.
Becker-Weimann berichtete von seiner Verwachsenheit mit dem Familienbetrieb, in dem er bereits als Schüler in den Ferien gejobbt hatte. Sehr viele der heutigen Mitarbeiter seien bereits in der zweiten oder dritten Generation bei der Klebchemie: ein schönes Zeichen für Verbundenheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Einige der Senioren waren selbst über Jahrzehnte bei Kleiberit beschäftigt und wurden vom Firmenchef persönlich begrüßt. Rund 500 Produkte in über 1000 Verpackungsvariationen vom 50-Gramm-Tübchen bis zum 20-Tonnen-Gebinde produziert das Unternehmen und ist durch die Erschließung immer weiterer Anwenderkreise breit aufgestellt. Zwar ist der Klassiker immer noch die Holz- und Möbelindustrie, aber daneben gehören die Bauindustrie, die Filterindustrie oder die Automobilhersteller zu ihrem Kundenkreis, ebenso die Textilindustrie – beispielsweise Goretexkleidung, die in mehreren Schichten verleimt ist – und weitere. In den allermeisten deutschen Autos sei der Himmel oder die Verkleidung mit einem Produkt von Kleiberit verklebt, ist zu hören.
Bereits 1968 sei ein Zweikomponentenschaum mit 400 000 verkauften Kartuschen im Jahr der Marktführer geworden. Heute sei es ein Schaum ohne Treibgas für die Montage von Türfutter. Eine Million Türen pro Jahr werden damit geklebt. „Wir kommen nicht zu den Endverbrauchern“ sagt Becker-Weimann. Seine Verkaufsingenieure bewerben Industriekunden, die sie im Bedarfsfall vor Ort betreuen und deren Maschinen sie auf das neue Produkt einstellen helfen. Der Verkaufsschlager unter ihren heutigen Produkten sei mit einer Verkaufsmenge von 700 000 Tonnen im Jahr ein Schmelzkleber, der nach dem Aushärten durch eine zweite Komponente nicht mehr reversibel sei. Leichtes Auftragen im weichen Zustand und jahrzehntelange Haltbarkeit im harten Zustand machen diesen Polyurethanschmelzklebstoff zum “Alleskleber des Jahrtausends“.
Ein Export von 75 Prozent der Produktion ist zwangsläufig mit starkem Lkw-Verkehr verbunden. Hier zeigt sich in besonderem Maß die Unternehmensphilosophie der Firma Kleiberit. Um das Problem der sich aufstauenden Fahrzeuge auf der Zufahrtsstraße zu lösen, hat das Unternehmen den Bau der Kleiberit-Straße selbst finanziert. Auf einem „Rundkurs“ um das Firmengebäude herum ist eine gefahrlose und zügige Abwicklung möglich. Dazu kommt, dass die meisten der fremden Fahrer irgendeinen Mitarbeiter im Haus antreffen, der ihrer Landessprache mächtig ist. Eine WC- und Duschanlage am Ende des Firmengeländes sowie ein kleiner Rastplatz sind nur kleine Puzzleteile im Erscheinungsbild einer immer noch aufstrebenden und weltweit agierenden, aber dennoch menschlich gebliebenen Firma.
Ein Betriebsrundgang der Senioren durch den Vertrieb und das vollautomatisierte Hochregellager rundeten den informativen Nachmittag ab.
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