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Kleines Konzert ev. Kirche

Mittwoch, 18.05.2011

Das "Kleine Konzert" mit Werken von Georg Philipp Telemann und Paul Gerhardt

Ein Barockkonzert mitten im Mai? Warum nicht? Vier Triosonaten des Komponisten Georg Philipp Telemann und Gedichte von Paul Gerhardt, der zahlreiche Texte im evangelischen Gesangbuch...


...geschrieben hat, waren am Sonntagabend im „Kleinen Konzert“ in der evangelischen Auferstehungskirche in Weingarten zu hören. Die Musizierenden waren Eberhard Blauth an der Altblockflöte, Felix Treiber an der Violine und Claudia Spitz-Streich am Cembalo. Pfarrerin Bettina Fuhrmann las die Texte. Die Musik begann mit der ersten Triosonate in a-moll. Nur der erste Satz im Largo war in den Farben des Herbstes gehalten, die nachfolgenden passten in Klangfarbe und Tempo sehr gut in den späten Frühling. „Affettuoso“ war die Bezeichnung für den dritten Satz und auch nicht italienisch sprechende Zuhörer konnten dem Vortrag unschwer entnehmen, dass das besonders gefühlvoll, „ergriffen“, bedeutete. „Ich will mit danken kommen“ war der erste Text überschrieben, „und danken und beten von ganzem Herzen“. Die stark emotionalen Worte des Dichters und der Zusammenhang zur Musik erschlossen sich dem Zuhörer leicht – was in diesen Konzerten „Musik und Wort“ nicht immer der Fall ist.

Paul Gerhardts einfache und ehrliche Sprache bringt sein Denken und Empfinden offen und unverfälscht zum Ausdruck. Seine Worte zu seinem Gott zeugen von Respekt, Ehrfurcht und kindlichem Vertrauen. Text und Musik ergänzten sich an diesem Konzertabend außergewöhnlich gut. Sprach der Dichter „Auf den Nebel folgt die Sonne“ war gemeint auf Trauer die Freude, im musikalischen Ausdruck folgten dementsprechend auf dunklere Klänge am Ende helle und frohe. In der goldenen Klangfarbe F-Dur war die dritte Sonate geschrieben, in g-moll die vierte. Paul Gerhardts Texte sind bekannt für Schlichtheit, Gefühlswärme und Singbarkeit.

Die Grundaussage ist eine unerschütterliche Zuversicht, dass Gott ihm beistehe, ihm Kraft auf Erden gebe und seine Seele im Himmel belohne. Seine tiefe Gläubigkeit war für die Konzertbesucher beeindruckend und ermutigend. „Herr, Du erforschest meinen Sinn“ lautete der dritte Text. Gerhardts Vertrauen ist grenzenlos, er gibt sich ganz und gar hin und sein Gott stärkt und trägt ihn. Wer, wie er, sich in solchem Vertrauen leiten lässt, kann nicht fehlgehen. So war der Titel des Konzerts eine logische Folge und Zusammenfassung zugleich: „Mach in mir Deinem Geiste Raum“.

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