Gemeindenachrichten Donnerstag, 05.05.2011 Entwässerungsanlagen im TestInsgesamt 8000 Kubikmeter Klärschlamm im Jahr produzieren die beiden Gemeinden Weingarten und Walzbachtal, die im Abwasserverband „Am Walzbach“ zusammengeschlossen sind, gemeinsam. Ist das viel?
„Normal“, sagt Betriebsleiter Harald Schumacher. Aber zu viel für die bisherige Handhabung der Entwässerung.
Da seit 2003 der Klärschlamm nicht mehr in der Landwirtschaft verwendet wird, ergab sich die Notwendigkeit, ihn zu trocknen und dann der Verwertung zuzuführen. Dazu bediente sich der Verband einer mobilen Entwässerungsanlage. Einmal monatlich kam der Betreiber aufs Gelände und dann lief die Maschine rund zehn Tage lang. Tag und Nacht, 24 Stunden. Das Filtratwasser ging in die Kläranlage und mit ihm eine Menge Schmutzstoffe. „Viel zu viel auf einmal“, erklärt Schuhmacher. Er unterbreitete dem Verband den Vorschlag, durchzukalkulieren, ob eine eigene Anlage nicht sinnvoll wäre – zum einen, um die Kläranlage von diesem Dauerbetrieb zu entlasten, zum anderen aus wirtschaftlichen Gründen. „Die Entwässerung würde dann täglich eine gewisse Zeit während der normalen Arbeitszeit laufen und das Filtratwasser könnte während der Schwachlastzeiten, also nachts, der Kläranlage zugeführt werden“. Allerdings war es erforderlich, die entsprechende Anlage vor Ort auszuprobieren, denn Klärschlamm sei nicht gleich Klärschlamm, berichtete Schuhmacher. Habe die Gemeinde beispielsweise viel Industrie am Ort wirke sich das anders aus als bei überwiegend Privathaushalten. Um das richtige Aggregat für den Weingartener Schlamm zu finden, hatte Betriebsleiter Schuhmacher Gelegenheit, mehrere Maschinen marktspezifischer Hersteller zu testen. Die erste war eine Zentrifuge, die den Schlamm mittels sich mit hoher Geschwindigkeit drehender Spiralen entwässert. Die zweite eine Siebbandpresse, bei der der Schlamm durch Filtertücher und Umlenkrollen entwässert wird und die dritte ist eine Schneckenpresse. Hier dreht sich eine Schnecke, die den Schlamm über mehrere „Siebe“ mit immer feiner werdenden Spannweiten streicht. Auf diese Weise wird das Wasser ausgepresst und der Schlamm eingedickt. In stichfesten Brocken fällt er am Ende in einen Container und wird der Verwertung zugeführt. Ist die Versuchsreihe abgeschlossen, wird Betriebsleiter Schumacher die gesammelten Daten der einzelnen Entwässerungsanlagen auswerten und der Verbandsversammlung vorlegen. Seitenanfang | Seite drucken |