Gemeindenachrichten Dienstag, 03.05.2011 Der Mai ist gekommen - und mit ihm der MaibaumUm 18.15 stand „das Ding“. Zum 28. Mal hatte der Gewerbeverein den Maibaum aufgestellt und den Weingartnern eine gemütliche „Hockedde“ beschert. Die Vorbereitungen liefen fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ab, obwohl sie beinahe spektakulärer waren als das eigentliche Hochziehen per Autokran. Bereits um 16 Uhr fuhren Mitarbeiter der Firma Holzbau Schulz mit einem großen Lkw den 22 Meter langen Stamm mitsamt der 80 kg schweren Krone aus grünem Kranz und bunten Bändern zu seinem Bestimmungsort.
Zwischen Biertheke und Weinstand hieß es im Rückwärtsgang gekonnt einfädeln und das Ungetüm in die richtige Position zu bugsieren, um es dann in seiner Halterung sturmfest zu verankern. Da war Maßarbeit gefragt! Zentimeterweise schob sich der Lkw näher. Wenig Platz zwischen Haus und Bachgeländer! Aber letztendlich kein Problem für das eingespielte Team. Ein Gabelstapler hob den Stamm an, starke Männer ruckelten an der starken metallenen Schiene. Eine Stunde später war alles an seinem Platz, der Stamm lag vorbereitet da.
Um 17.30 hatten sich eine Menge Zuschauer hinter der Absperrung versammelt, als der Kran den Baum schließlich Meter um Meter in die Senkrechte zog. Schlussendlich wurden die Zunftzeichen befestigt, die den Weingartener Maibaum zu etwas Besonderem machen. Immer wieder restauriert und bei Bedarf auch aktualisiert, weisen sie in künstlerischer Gestaltung auf die heute noch im Ort ansässigen Gewerbe hin, erklären der Vorsitzende des Gewerbevereins Hartmut Benz und der „geistige Vater des Maibaums“, Günter Trautwein.
Der Baum steht zwar bei der Marktbrücke, Zentrum des Festes war trotzdem der Rathausplatz. Dort hatten sich die „Wilden Tönchen“, der Kinderchor des Kindergartens „Am Alten Friedhof“ unter Leitung von Claudia Gamer, auf den Treppen des Rathausplatzes aufgestellt, der Platz füllte sich, vor allem mit Mamas und Papas und Fotoapparaten in der ersten Reihe. Lautstark und fröhlich schmetterten die Kinder ihre Lieder. Aber sie besangen weniger den Wonnemonat als ihren eigenen Alltag. „Besucht uns mal im Kindergarten“ ertönt es, „denn unser Kindergarten, der ist schön“. Und dann gab es noch Blasmusik. Die „Notenvagabunden“, eine Verbindung rumäniendeutscher Musikanten, spielten mit Schwung und Engagement Polka, Walzer und Marsch. Nur getanzt wurde nicht.
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