GemeindenachrichtenMittwoch, 20.04.2011 Aufruf zur Beteiligung an der Weingartener Bürgerstiftung„Gemeinsam sind wir stark“ - In der Remise des Fränkischen Hofs war es eng. Die Besucher mussten zusammenrücken, damit alle Platz fanden, und nach kurzer Zeit wurde ihnen warm. Das mag sinnbildlich verstanden werden, denn an diesem Abend ging es um Zusammenrücken. Zusammenstehen. Füreinander einstehen. Füreinander da sein. Miteinander etwas schaffen. Kurz: die Bürgerstiftung.
Die Gemeinschaft der Anwesenden sollte zur Keimzelle werden, aus der etwas wachsen soll. Vor längerer Zeit bereits hat die Familie Trauboth die Stiftung „Kunst und Technik“ gegründet und den Fränkischen Hof als Stiftungskapital eingebracht. Nun hat Bürgermeister Eric Bänziger die Idee aufgegriffen, um eine Bürgerstiftung zu initiieren. Professorin Charlotte Schulze übernahm die organisatorische Leitung, um die Sache ins Rollen zu bringen. Dazu hatte sie einen kompetenten Referenten eingeladen. Bernhard Veith, Mitglied im Vorstand der Bürgerstiftung Baden-Baden und im Hauptberuf Prokurist der Volksbank Baden-Baden, berichtete über die Strukturen und die Ausstattung dieser Stiftung.
Drei Grundsätze kennzeichnen eine Bürgerstiftung: - Sie ist dynamisch, weil sie von vielen Personen getragen wird.
- Sie ist rechtlich selbständig
- Sie hat mit der Politik der Gemeinde nichts zu tun.
In einer engagierten Darstellung malte Veith die Vision aus: „Dauerhafte Ressourcen zum Wohl der Gemeinschaft zu schaffen“ und veranschaulichte sie in zahlreichen Beispielen. Eine Bürgerstiftung ist kein Sozialamt, aber sie kann in allen Bereichen die Menschen unterstützen, wo es sinnvoll und dem Allgemeinwohl dienlich ist. Es geht um Projekte. Projekte für Jugend, für Senioren, zur Förderung der Integration, zum Schutz der Umwelt und vieles mehr.
In Baden-Baden spielen Senioren Theater im „Theaterclub Ü 62“. Der Club bekommt finanzielle Hilfe, um jedes Jahr ein eigenes Stück aufführen zu können – ein Beispiel für sinnvolle Seniorenarbeit. Sechs- bis siebenhundert Kinder kommen alljährlich auf ein gigantisches Kinderfest mit allen Möglichkeiten, die Kinder erfreuen. Die Caritas bekommt Geld, um einen Streetworker zu bezahlen, der mit Jugendlichen in einem bestimmten Stadtviertel arbeitet. In einem Mütterzentrum werden Kinder von alleinerziehenden Müttern betreut. Das Projekt „Faustlos“ ist ein Engagement gegen jugendliche Gewalt, das bereits in den Kindergärten beginnt. Und vieles mehr.
Es gibt tausend Möglichkeiten, die Welt am eigenen Wohnort heller und freundlicher zu gestalten. Und auch in Weingarten gibt es Menschen, die solche Projekte brauchen. Hier soll die Bürgerstiftung Gelder in Bereichen der Ortsverschönerung, Kinderbetreuung, Kultur, Sport, Bildung oder Soziale Hilfen einsetzen. Aber nichts kann begonnen werden ohne das Startkapital von mindestens 100 000 Euro. Dieses Kapital wird angelegt, die Zinsen werden verwendet. Wer sich an dieser Gemeinschaftssache als Bürger für Bürger beteiligen will, hat mehrere Möglichkeiten: mit einem Mindestbetrag von 1000 Euro kann er Gründungsstifter werden. Er kann mit regelmäßigem Einsatz Fördermitglied werden. Er kann eine Patenschaft für ein bestimmtes Projekt übernehmen oder er kann mit Tatkraft und Ideen helfen und ist dann ein „Zeitspender“.
Richard Krumes gab zu bedenken, dass möglicherweise diejenigen, die bereits in stark sponsorabhängigen Vereinen in Weingarten engagiert seien, nicht mehr ganz so bereitwillig sein. Für alle, die mithelfen wollen, das gemeinsame Boot in Fahrt zu bringen, und unter dem Motto „gemeinsam sind wir stark“ mit einsteigen möchten, ist Charlotte Schulze die erste Ansprechpartnerin. Sie ist zu erreichen per Fax unter (07244) 706291 oder per mail an charlotte.schulze@heidelberg.de Seitenanfang | Seite drucken |