Gemeindenachrichten Dienstag, 05.04.2011 Kolumbarium für Urnenbestattungen festlich eingeweihtAm vergangenen Donnerstag konnte das neue Kolumbarium auf dem Weingartener Friedhof von der evangelischen Pfarrerin Bettina Fuhrmann und dem katholischen Pfarrer Jürgen Olf gesegnet und seiner Bestimmung übergeben werden.
Pfarrer Jürgen Olf erläuterte in kurzen Zügen den Begriff und die Entstehung des Kolumbariums. Die ersten Kolumbarien entstanden im antiken Rom, vorwiegend als platzsparende und kostengünstigste Form einer Bestattung. Das Wort bedeutet nichts anderes als „Taubenschlag“, was der optischen Ähnlichkeit wegen verwendet wurde. In Deutschland wurde 1879 das erste Kolumbarium eröffnet, ab dann begann sich die Feuerbestattung zu etablieren. Wegen des wörtlich genommenen Auferstehungsgedankens wurde sie von der katholischen Kirche aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts akzeptiert.
Bürgermeister Eric Bänziger gab einen kurzen Rückblick auf die Baugeschichte. Im Rahmen der Friedhofskonzeption war man sich bereits 2007 darüber einig, dass die Urnenbestattungen in Zukunft deutlich zunehmen werden. So konnte der damalige Gemeinderat Jörg Sebold im Januar 2008 eine Gestaltungsvariante für Urnenkammern in Form eines Mäanders präsentieren, die auf einer Idee des Karlsruher Architekten Roger Strauß basierte.
Die von Herrn Sebold in Größe und Details weiterentwickelte Ausführung sollte sich optisch gut in die Umgebung einfügen, ohne als weiteres Gebäude zu wirken. Dennoch knüpft das Bauwerk durch die verwendeten Materialien an die Aussegnungshalle an. Auch die Möglichkeit den Mäander abschnittsweise, also nach Bedarf, zu erweitern, war ein Vorteil, sodass die Gestaltung mit breiter Mehrheit des Gemeinderates mitgetragen wurde.
Nach der Detailplanung und den Ausschreibungen konnte im Oktober 2009 mit den Bauarbeiten begonnen werden, die dann Ende letzten Jahres abgeschlossen wurden. Die Gesamtkosten für den Bau des Kolumbariums belaufen sich auf ca. 200.000 €.
Mit der Festlegung über Schrift und deren Farbe für die Abdeckplatten sowie der Gebührenfestsetzung und der Anpassung der Friedhofssatzung wurden die letzten Voraussetzungen für die Nutzung der Anlage geschaffen.
Das heute, auch von der Bevölkerung, sehr positiv aufgenommene Kolumbarium hat insgesamt 208 Urnennischen, die mit bis zu vier Urnen belegt werden können.
Für die Gestaltung der Abdeckplatten stehen zwei Schriftarten sowie die Farben Gold und Anthrazit zur Auswahl. Eine mit allen Varianten gravierte Deckplatte steht im Rathaus, Zimmer 4, als Anschauungsobjekt zur Verfügung.
Anmerkung: Zwei Tage nach dieser feierlichen Einweihung wurde das Kolumbarium von einem oder mehreren unbekannten Täter mit wüsten Farbschmierereien verunstaltet. Lesen Sie hierzu auch den Bericht „Blinder Vandalismus am neuerstellten Kolumbarium“. Seitenanfang | Seite drucken |