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Wasserrad

Donnerstag, 10.02.2011

Das Wasserrad dreht sich munter weiter ...

Das Wasserrad der Gemeinde Weingarten am „Gailbumber“ ist nun auch schon etwas in die Jahre gekommen. Der Glanz von rostfreiem Stahl und Eichenholz seit der Einweihung am 28. September 2002 ist dahin. Algen und Kalk im Wasser gepaart mit Schmutz vom Walzbach...


Helfer Wasserrad...lagern sich immer wieder auf den Bauteilen ab und das Wasserrad muss von Zeit zu Zeit auch wieder gereinigt werden, um die Funktionstüchtigkeit dieses imposanten Blickfangs am Walzbach in Weingarten zu erhalten.

Bis das Projektteam „Wasserrad“, vom Bürger- und Heimatverein Weingarten unter der Leitung von Ernst Wolf, das „Weingartener Wasserrad“ mit 32 Schaufeln und einem Durchmesser von 3,3 m fertig stellte, im Walzbach am „Gailbumber“, an der früheren unteren Mühle verankerte und am 5. September 2002 seiner Bestimmung übergab, waren jahrelange Vorarbeiten notwendig. Seither hat das Wasserrad insgesamt mehr als 70.000 Betriebsstunden „auf dem Buckel“ und hat über 42.000 Kilowattstunden Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Die Gemeinde Weingarten und somit alle Bürgerinnen und Bürger von Weingarten haben dafür von der EnBW eine Einspeisevergütung von über 3.200.- EURO erhalten. Ein stolzer Betrag, welcher aber noch nicht so groß ist, als dass er im Haushaltsplan der Gemeinde Weingarten bei den Einnahmen einen extra „Balken“ erhält. Das Projektteam vom Bürger- und Heimatverein Weingarten, bestehend aus den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitgliedern Paul Wolf, Otto Bartholomä, Winfried Schöffler, Karl-Heinz Hettler und Joachim Rapp, sorgt immer wieder dafür, dass die notwendigen Unterhalt- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden und der Zulauf zum Wasserrad vom angeschwemmten Unrat im Wasser des Walzbachs frei gehalten wird.

Nicht nur nach starken Regenfällen, sondern auch bei „schönem Wetter“ schwimmen mit dem Wasser auch Holzstücke, Pfähle, Äste und Kanthölzer zum Wasserrad, welche nicht alle von alleine in den Bach fallen. Gröbere Stücke werden durch die Rechen festgehalten, so dass sie nicht in den Einlauf zu den Schaufeln gelangen können. Immer wieder passiert es jedoch, dass längere Hölzer und Aststücke bis zu 6 cm Stärke zwischen die Schaufeln gelangen und die Schaufelbretter aus Eichenholz zerstören. In etlichen Fällen hat dies zur totalen Blockade des Wasserrades geführt, was zu aufwändigen Arbeitseinsätzen des Teams führte bis das Rad wieder zum Drehen gebracht werden konnte.

Vor einigen Tagen trat ein ungewöhnliches "kreischendes Geräusch“ am Wasserrad in einem hochfrequenten Tonbereich periodisch auf. Dieses Geräusch wurde in den Tagen danach immer stärker, so dass sich das Team entschlossen hat, das Wasserrad am 28.01.2011 um 17.30 Uhr abzuschalten. Das Wasser vom Walzbach wurde in das Seitenwehr umgeleitet und das Wasserrad im Stillstand gegen ein Mitdrehen gesichert und mechanisch blockiert.

Am Samstag, 5. Februar 2011, wurde in einem Arbeitseinsatz ein Ölwechsel am Getriebe vorgenommen, das alte Öl mit einer Pumpe abgesaugt und neues Öl nachgefüllt. Gleichzeitig wurden der Kähnereinlauf und die Schaufelbretter von Schmutz und Algen gereinigt und der sich auf den Schaufeln gebildete Kalkbelag, inzwischen wieder bis 2 cm dick, mechanisch entfernt. Die im Laufe der Jahre marode gewordenen Holzbretter am Kähnereinlauf und am Seitenwehr wurden durch mit Winkelschienen aus Aluminium verstärkten Kunststoffplatten ersetzt.

Das Material hierfür wurde uns vom Bauhof der Gemeinde in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Sobald die Außentemperaturen ein unbeschwerteres Arbeiten zulassen, ist geplant die Speichen, Stützringe und Schaufelträger vom Schmutz und Kalk „bergmännisch“ zu befreien. Dabei wird auch der Generator elektrisch überprüft, ob die Wicklungen durch verschiedene Blockaden des Wasserrades keinen Schaden genommen haben.

Das Wasserrad dreht sich jetzt wieder – vom Schmutz erleichtert – munter weiter. Hoffentlich ohne nennenswerten Störungen und Blockaden durch Fremdteile, so dass die Weingartener ihre Spiegeleier durch eigens erzeugten umweltfreundlichen Ökostrom weiter genüsslich backen können.


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