Gemeindenachrichten Mittwoch, 06.09.2006 1. Spatenstich zum Auftakt der Lärmsanierung in WeingartenDeutsche Bahn sorgt für Schallschutz
Vor drei Jahren habe man sich zum ersten Mal mit der Thematik Schallschutz befasst, sagte Bürgermeister Scholz, als am vergangenen Montag der 1. Spatenstich zum Auftakt der Lärmsanierung entlang der Bahnstrecke in Weingarten gemacht wurde.
Sabine Weiler, Projektleiterin Südwest der DB ProjektBau GmbH, habe damals die Möglichkeit einer vom Bund geförderten Lärmsanierung entlang der Schienen offeriert und im März 2004 in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Lärm sei nicht nur störend, sondern auch gesundheitsschädigend. Die Gemeinde habe sich, obwohl kein Rechtsanspruch bestehe, gegenüber den Bürgern in der Verpflichtung gesehen und daher dieser Maßnahme zugestimmt, so Scholz.
Vor einigen Tagen wurden bereits die Arbeiten östlich der Bahnstrecke aufgenommen. Positiv bewertete Bürgermeister Scholz, dass es bisher von den Anwohnern noch keine Beschwerden gegeben habe.
Er bedankte sich bei allen Beteiligten und wünschte der Baumaßnahme eine zügige und unfallfreie Fertigstellung.
Auch Bundestagsabgeordneter Axel E. Fischer freute sich über den parteiübergreifenden Erfolg und dass man dem Ziel, die Belastung der Menschen zu reduzieren, näher kommen werde. Die Frage, ob es Aufgabe des Bundes sei, die Lärmbelästigung durch den Schienenverkehr zu beseitigen, sei vom Bundestag eindeutig mit "ja" beantwortet worden, erklärte der Abgeordnete. Weingarten könne nun davon profitieren, denn die Gemeinde müsse hierfür keine Kosten aufwenden.
Der Bund habe die zur Verfügung stehenden jährlichen Mittel zur Lärmsanierung sogar von 51 auf 76 Mio. Euro erhöht, betonte Gesamtprojektleiter der Lärmsanierung bei der zuständigen DB ProjektBau GmbH in Köln, Peter Winter. Somit seien finanzielle Möglichkeiten geschaffen worden, besonders betroffene Gebiete in eine Prioritätenliste aufzunehmen.
Im Rahmen des Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ sind in Weingarten insgesamt drei 2 m hohe Lärmschutzwände aus hochabsorbierenden Leichtmetall-Elementen mit einer Gesamtlänge von 410 m vorgesehen. „Mit dem Bau der Wände entlasten wir die Bewohner von weit über 60 direkt betroffenen Wohnungen erheblich vom Lärm der vorbeifahrenden Züge, so Winter weiter. Doch auch die dahinter liegenden Wohnbereiche profitieren von dieser Maßnahme.
Alle Schallschutzwände werden östlich der Bahnstrecke errichtet: beginnend in Höhe der Silcherstraße entlang der Neuen Bahnhofstraße bis zum Empfangsgebäude des Haltespunktes Weingarten. Die zweite Wand führt entlang der Ringstraße bis zum ehemaligen Freibadgelände. Die dritte Wand beginnt an der Goethestraße und verläuft entlang der Ringstraße bis zur Höhe Uhlandplatz.
Die Hauptarbeiten für den Bau der Schallschutzwände können aufgrund der örtlichen Gegebenheiten bei zwei Wänden nur vom Gleis aus erfolgen. Hierfür stehen ausschließlich Ruhepausen des Bahnbetriebs in der Nacht zur Verfügung. Ende September 2006 soll diese Lärmschutzmaßnahme fertiggestellt sein.
Für die aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen werde eine Investitionssumme von ca. 500.000 Euro eingesetzt, so Winter. Er dankte abschließend Bürgermeister Scholz und Ortsbaumeister Kußmann für die gute Zusammenarbeit. Seitenanfang | Seite drucken |