GemeindenachrichtenDonnerstag, 29.04.2010 Klaus-Dieter Scholz nach 25 Jahren als Bürgermeister verabschiedet und zum 1. Ehrenbürger Weingartens ernanntEine Ära ging zu Ende. Klaus-Dieter Scholz ging am vergangenen Donnerstag nach 25 Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Weingarten (Baden) in den Ruhestand.
Bereits am Dienstagabend wurde er in der Walzbachhalle vor knapp 500 Besuchern gebührend feierlich verabschiedet. Auch Innenminister Heribert Rech, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel sowie etliche Bürgermeisterkollegen ließen es sich nicht nehmen, Klaus-Dieter Scholz „Ade“ zu sagen. Die vielen Laudatoren und Wegbegleiter sprachen Scholz höchstes Lob und größte Anerkennung für seine stets menschliche, liebenswürdige Art und vor allen Dingen dafür aus, Weingarten nach einer schwierigen Zeit wieder auf den richtigen Kurs gebracht zu haben.
Laut Heribert Rech habe es Klaus-Dieter Scholz verstanden, die Kommunalpolitik über die Gemeinde- und Landesgrenzen hinaus zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. „Scholz hat sich immer zielstrebig für die Interessen der Gemeinde Weingarten eingesetzt und ist dabei auch unangenehmen Aufgaben nicht aus dem Weg gegangen“, so der baden-württembergische Innenminister weiter.
Landrat Dr. Christoph Schnaudigel stellte in seiner Ansprache heraus, dass Weingarten eine besondere Gemeinde sei, da sie auch nach der Verwaltungsreform in den siebziger Jahren selbstständig blieb. „Dies hat für einen Bürgermeister Vorteile, da viele Institutionen nur einmal vorhanden sind, statt multipliziert mit der Anzahl der Ortsteile“, fuhr Schnaudigel in seiner Rede fort. Weingarten habe sich unter Scholz „aus einem Dorf mit deutlichen Defiziten zu einer aufstrebenden Gemeinde mit hohem Ansehen im Landkreis entwickelt.“
„25 Jahre sind eine lange, nicht planbare Zeit, die sich nicht so einfach beenden lässt. Da spielt eine große Portion Wehmut mit. Dies zeigt aber auch, dass Klaus-Dieter Scholz seine Arbeit sehr verantwortungsbewusst und mit viel Herzblut und Liebe ausgefüllt hat“, sagte der 1. Bürgermeister-Stellvertreter Gerhard Fritscher. Scholz hinterlasse seinem Nachfolger Eric Bänziger eine geordnete Gemeinde in der sich die Menschen wohl fühlen. Aufgrund seines außergewöhnlichen Engagements und seiner erfolgreichen Arbeit hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, Scholz, als ersten Bürger von Weingarten überhaupt, zum Ehrenbürger zu ernennen. Gerhard Fritscher überreichte Klaus-Dieter Scholz die Ernennungsurkunde und steckte ihm die Ehrennadel an.
Rolf Müller, Bürgermeister von Bad Schönborn für den Bürgermeister-Kreisverband, Horst Schlemmer für die Turmberg-Schule, Klaus Goerke als Vereinssprecher, der katholische Pfarrer Jürgen Olf für die Kirchen und Personalratsvorsitzende Angelika Oberacker für die Gemeindeverwaltung reihten sich anschließend in die Reihe der Grußredner ein.
„Ein klein wenig beschleicht einen doch ein komisches Gefühl, wenn man hier oben steht, um „Adieu“ zu sagen, sagte Scholz in seiner Abschlussrede. Erfolge könne man nur in einem verzweigten Netzwerk von Verbindungen und Abhängigkeiten erzielen. In erster Linie sei der Bürgermeister deshalb auf seine Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wachstum und Fortschritt seien so sehr selbstverständlich geworden, dass sich niemand vorstellen könne, dass diese Entwicklung irgendwann auch enden wird. Mit dem Bewusstsein, das ihm Mögliche für das Wohl der Gemeinde getan und etliches auch erreicht zu haben, scheidet Scholz nun aus seinem Amt aus. „Ich beende meine Amtszeit durchaus mit Wehmut. Es überwiegt aber die Freude und die Befriedigung über das mit Ihnen Erreichte.“
Ein Ensemble um Reinhold Friedrich und Künstler der Weingartener Musiktage, die Gesangvereine, der Akkordeonspielring, die Jagdhornbläser „Waidmannsheil“, der Musikverein und die Uraufführung des „Weingartener Lieds“ sorgten für ein festliches Flair in der Walzbachhalle.
Zu den Impressionen der Verabschiedung!
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