Gemeindenachrichten Montag, 21.07.2008 „Selbstloses soziales Handeln bedarf einer besonderen Auszeichnung“Weingartner Bürger Rudolf Kühn erhält das Bundesverdienstkreuz
Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Schule, Kirche, Familie und Freunde der Hauptperson des Abends fanden sich im Turmzimmer des Rathauses am Freitag, 11. Juli ein. Der Anlass war ein ganz besonderer: Bundespräsident Horst Köhler verlieh dem Weingartner Bürger und Gemeinderat Rudolf Kühn das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Innenminister Heribert Rech überreichte die hohe Auszeichnung und überbrachte die Glückwünsche von Ministerpräsident Günther H. Oettinger und der gesamten Landesregierung. „Menschen, die ihre Hilfe anbieten, Mitgefühl zeigen und tolerant sind, strahlen Hoffnungszeichen in die Welt. Eine Welt, die ansonsten viel ärmer und kälter wäre. Rudolf Kühn ist eine solche beeindruckende Persönlichkeit“, sagte der Innenminister.
Seit über 50 Jahren engagiert sich Rudolf Kühn als Mitglied und Vorstand der CDU in Weingarten. Er hat sich bei zahlreichen Projekten eingebracht, sei jedoch viel zu bescheiden, um großes Aufheben darum zu machen, weiß Rech.
Am Ausbau der Bahnhofstraße, dem Bau der Walzbachhalle mit Walzbachbad, dem Neubau der Friedhofskapelle sowie des Feuerwehrgerätehauses war Gemeinderat Kühn maßgeblich beteiligt. Außerdem habe er sich für den Neubau und die Erweiterung von Kindergärten, die Sanierung des Rathauses oder auch die Erstellung eines Alten- und Pflegeheimes eingesetzt, ergänzte Rech die Liste einiger der zahllosen Verdienste Kühns.
Aufgrund seines jahrzehntelangen kommunalpolitischen Engagements erhielt Herr Kühn im Dezember 2004 die Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg in Silber. Neben der Tätigkeit als Gemeinderat ist er außerdem seit 1996 Mitglied im Gutachterausschuss und seit dem Jahre 2000 dessen Vorsitzender, Mitglied im Technischen Ausschuss, im Ausschuss für Landwirtschaft, Forsten und Umwelt und im Sparkassenbeirat. Bei letzterem gilt er als wichtiges Bindeglied zwischen Gewerbe/Handel und der Gemeinde, wobei ihm insbesondere die Gewerbeförderung und die damit verbundene Sicherung von Arbeitsplätzen ein besonderes Anliegen ist.
Sehr viel Zeit und Arbeit hat Rudolf Kühn aber auch in Vereinstätigkeiten eingebracht.
Als Mitglied des Bürger- und Heimatvereins habe er sich das große Ziel gesetzt, das Heimatmuseum zu erweitern, so Rech. Ebenso unterstütze er den Gesangverein Liederkranz, den Vereinigten Männergesangverein 1897 oder den Kleingartenverein, indem er unter anderem „selbst Hand anlege“. Alle Gruppen und Aktionen könnten sich auf die tatkräftige Hilfe von Rudolf Kühn verlassen, sagte Heribert Rech.
Der Erhalt der kulturhistorischen Ortsmitte von Weingarten liegt ihm besonders am Herzen. Im Jahr 2002 war der Geehrte Mitbegründer des Fördervereins zum Erhalt der katholischen Kirche St. Michael. Mit Spendengeldern konnte die Kirche vor dem Einsturz gerettet werden.
Priorität genießt bei ihm aber auch das Wohlbefinden der jüngeren Generation und der Senioren in der Gemeinde. Vor allem die Belange der hiesigen Schule machte er sich immer zu eigen und stand mit Rat und Tat der jeweiligen Schulleitung zur Seite.
Mit unglaublich viel Engagement und fernab der Kenntnis der Öffentlichkeit unterstützt Rudolf Kühn schon seit vielen Jahren einsame Menschen, die durch ihre Lebenssituation mit dem Alltag überfordert sind. Er erledigt für sie Behördengänge, hilft beim Ausfüllen von Formularen und kümmert sich darum, dass sie eine menschenwürdige Bleibe haben.
„Ohne Rudolf Kühn könnten manche Menschen in Weingarten ihren Alltag nicht meistern“, sagte Heribert Rech. Herr Kühn bietet nicht nur selbstlos seine Hilfe an, sondern versucht, den Menschen Hilfestellung zu geben, um Aufgaben alleine fortführen und gesteckte Ziele erreichen zu können.
Hiermit vollbringe er herausragende Leistungen um das Gemeinwohl, die einer besonderen Auszeichnung bedürften, so Rech.
„Heute können Sie mit Stolz und Zufriedenheit auf Ihre Lebensleistung zurückblicken. Eine Lebensleistung, die sich der Hingabe an das Wohl des Menschen widmet“, schloss Innenminister Rech seine Rede.
Bürgermeister Klaus-Dieter Scholz überbrachte auch im Namen des Gemeinderates seine Glückwünsche. „Der Staat und die Kommunen könnten nicht alles regeln. Man braucht Menschen wie Rudolf Kühn, die für andere da sind.“ Er handle uneigennützig und habe den Blick für Menschen, die Hilfe benötigten. Besonders beeindruckt habe ihn persönlich immer, dass Kühn sich „der Sache wegen“ eingesetzt habe, und nicht, um Anerkennung zu bekommen.
„Gemeinderat Rudolf Kühn steht zu seinem Wort“, attestierte auch Rektor Horst Schlemmer dem Geehrten und Bundestagsabgeordneter Axel Fischer ist sich sicher, dass Herr Kühn die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz als „Anreiz sieht, weiterzumachen“.
Pfarrer Jürgen Olf stellte anerkennend die Frage in den Raum: „Wie kann ein Mensch das alles schaffen?“
Sichtlich bewegt zeigte sich der Geehrte, der die Auszeichnung auch seinen Eltern widmen möchte. „Sie waren stets ein Vorbild an Mitmenschlichkeit und haben in mir das christlich-soziale Fundament gelegt.“ Rudolf Kühn dankte allen Weingartnern, die ihm ihr Vertrauen geschenkt hätten, und „einem ganz besonderen Menschen“, seiner Frau Elfriede, für ihre Geduld und ihr Verständnis seit über 50 Jahren.
„Wo andere nur warten, da schreitet er zu Taten“ erklang es im Turmzimmer zur Melodie von „Im Frühtau zu Berge“ nach den Grußworten. Gemeint ist selbstverständlich der
Geehrte, dessen Familie mit diesem Lied bestätigte, Rudolf Kühn hat es „mehr als verdient“ geehrt zu werden.
Instrumental begleiteten Petra Flender (Oboe) und Angela Yoffé (Klavier) die Feierstunde und verliehen der Veranstaltung einen festlichen Rahmen.
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